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Philip Gray auf der FRUIT LOGISTICA: Rückblick und Ausblick für den Reefer-Markt

Der Logistiksektor für frische Produkte ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Damit gehen völlig neue Fragestellungen einher. „Wie sieht die Zukunft des globalen Reefer-Marktes aus?“ – diese Frage stand im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung am Mittwochmorgen im Logistics Hub. Traditionell eröffnet die FRUIT LOGISTICA 2026 mit einem Blick auf die Schiffslogistik.

Philip Gray steht auf einer Bühne der Fruit Logistica. Im Hintergrund das Logo des Logistics Hub.
Philip Gray, Analyst für den Kühlfrachtmarkt bei Drewry, auf der FRUIT LOGISTICA 2026
© Messe Berlin

Philip Gray, Analyst für den Kühlfrachtmarkt bei Drewry, warf zunächst einen Blick zurück auf das Jahr 2000, bevor er in die Zukunft blickte. „Das vergangene Vierteljahrhundert kann uns helfen zu verstehen, wohin die Reise geht und wo wir in fünf bis zehn Jahren stehen werden“, erklärte er. Und es waren gute 25 Jahre für die Branche: Laut Gray hat sich der Seetransport gekühlter Waren in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt. Er wuchs um 139 % – von 60 Mio t im Jahr 2000 auf 143 Mio t im Jahr 2025. „In fünf Jahren werden wir bei fast 160 Mio t liegen“, prognostizierte der Experte.

Bananen dominieren weiterhin das Geschäft mit Frischprodukten, doch die eigentlichen Wachstumstreiber sind laut Gray exotische Früchte: „Bananen legten um etwa 69 % zu, Gemüse um 185 %, aber exotische Früchte wuchsen in 25 Jahren um fast 500 %.“ Gründe für diese Entwicklung sind unter anderem staatliche Deregulierungen Ende der 1990er Jahre, etwa in Südafrika und später in Neuseeland, sowie neue Importregelungen für Bananen in Europa, die eine neue Ära einläuteten.

Vorsprung durch moderne Technologie

Entscheidend waren zudem Fortschritte bei kontrollierten Lageratmosphären in Containern. Anfang der 2000er Jahre war dies noch ein Forschungsthema, nicht aber praxistauglich. Erst als die Maersk-Gruppe begann, die Technologie voranzutreiben, wurde sie breit nutzbar. „Vor 25 Jahren gab es in normalen europäischen Supermärkten keine Avocados. Heute sind sie Standard. Damals hat auch niemand Blaubeeren zum Frühstück gegessen – all das änderte sich dank neuer Technologien aus der Logistik“, erläuterte Gray.

Auch bei den Handelsrouten seien die Wachstumsraten beeindruckend gewesen, besonders auf Verbindungen von Südamerika nach Asien. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) für Zellcontainerschiffe lag bei acht Prozent. Die Flotte der Kühlcontainer wuchs um 350 %. Gleichzeitig wurden Containerschiffe deutlich größer: Die durchschnittliche Kapazität stieg von 1.824 TEU im Jahr 2000 auf 4.684 TEU im Jahr 2025.

Positiver Ausblick

Und was bringt die Zukunft? „So hohe Wachstumsraten wie in der Vergangenheit werden wir vermutlich nicht mehr sehen“, so Gray. Herausforderungen wie Zölle, politische Instabilität, Pflanzenkrankheiten und Kapazitätsgrenzen in Häfen seien zahlreich. Doch neue Technologien, Investitionen und politische Entscheidungen wie weitere Deregulierungen würden auch die kommenden 25 Jahre prägen. Sein Fazit: „Angesichts all dieser Wachstumszahlen sind wir definitiv in der richtigen Branche.“

 

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