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OGM: Berater, Netzwerker, Erdbeer-Enthusiast – Markus Litterst geht in den Ruhestand

Markus Litterst war 26 Jahre lang als Obstbauberater im Einsatz für die Obsterzeuger des Obstgroßmarkts Mittelbaden eG (OGM). Nun ist der gelernte Gartenbauingenieur im Rahmen einer Erzeugerversammlung in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Nachfolgerin ist die Agraringenieurin Emeline Fuzeau.

Wichtiger Ratgeber für die Obsterzeuger – Markus Litterst (Mitte) wurde vom Vorstandsvorsitzenden Martin Bähr (li.) und Aufsichtsratsvorsitzendem Markus Grimmig in den Ruhestand verabschiedet.
Wichtiger Ratgeber für die Obsterzeuger – Markus Litterst (Mitte) wurde vom Vorstandsvorsitzenden Martin Bähr (li.) und Aufsichtsratsvorsitzendem Markus Grimmig in den Ruhestand verabschiedet.
© OGM
v.l.: Vorstandsvorsitzender Martin Bähr, Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig, Agraringenieurin Emeline Fuzeau, Markus Litterst, Bereichsleiter Erzeuger Colin Moldt, Susanne Früh, Team Beratung und Geschäftsführender Vorstand Dirk Kastner.
v.l.: Vorstandsvorsitzender Martin Bähr, Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig, Agraringenieurin Emeline Fuzeau, Markus Litterst, Bereichsleiter Erzeuger Colin Moldt, Susanne Früh, Team Beratung und Geschäftsführender Vorstand Dirk Kastner.
© OGM

In erster Linie ging es bei seiner Arbeit um die Begleitung und Entwicklung der Obstbaubetriebe immer mit dem Ziel, Produktivität und Qualität zu steigern und natürlich um die Zufriedenheit der Obsterzeuger. Sein Einsatzgebiet umfasste die Region zwischen Bühl, Achern, Oberkirch und Ortenberg. Markus Litterst erwies sich stets als kompetenter Berater, wenn es um Pflanzenschutz und Schädlingsbefall ging. Immer häufiger treten invasive Schädlinge auf, so wie im Jahr 2013/14, als die Kirschessigfliege auftauchte und das Populationsverhalten beobachtet und Bekämpfungsstrategien ausgearbeitet werden mussten. 

Mittlerweile wissen die Obsterzeuger damit umzugehen. Der Pflanzenschutz betrifft hauptsächlich während der Saison von März bis Juli alle Kulturen. Da war der Ingenieur täglich gefragt, auch Info-Rundschreiben und Hinweise zu geben, aber auch zur Schädlingskontrolle vor Ort in den Obstanlagen zu sein. Gut vernetzt war Litterst auch mit dem amtlichen Pflanzenschutzdienst, der beim Landratsamt des Ortenaukreises angesiedelt ist. Aber auch wenn es um kulturtechnische Dinge ging oder neue Obstsorten, hatte die OGM mit Markus Litterst nationale und internationale Kontakte. So tauschte er sich mit Kollegen aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, Niederlande oder Südtirol aus.

Auf seine Initiative wurde 2012 die JOBA-Gruppe mit den Jungbäuerinnen und -bauern gegründet. Vom Lehrling bis Mitte/Ende 20 ist die Altersstruktur der jungen Landwirte beziehungsweise Hofnachfolger. Auch hier ging es bei Exkursionen und bei Treffen in der Region um Anbautechnik, Ertrag, Qualität, Farbe und Geschmack und fachlichen Austausch, um letztlich die hohen Anforderungen des Handels zu erfüllen und beim Verbraucher zu punkten.
 
Auch bei der Pflanzenschutztechnik im Obstbau stand Litterst zur Seite, wenn es um technischen Fortschritt bei der Applikation und Rückstands-Strategien sowie vor allem Umweltschutz ging. Der Einsatz von Netzen zum Schutz vor Hagelereignissen sowie die ersten Tunnels im Jahr 2003 erforderten sein Fachwissen. Experten aus England wurden hier von der OGM eingeladen, als es um Verfrühung der Ernte und Ertragssicherung der süßen Früchte im Tunnelanbau ging. Die Firma hatte eine Niederlassung im Rheinland, so dass die Zusammenarbeit nicht mehr über Ländergrenzen hinweg organisiert werden musste.

Die größte Aufmerksamt und fast Leidenschaft galten immer der Erdbeere. Von Anfang an widmete er sich neuen Sorten, die man auf Flächen von Betrieben testete. An erster Stelle standen auch hier Ertrag, frühe Reife und Geschmack. Der Zwetschgenversuchsgarten in Fautenbach gehörte mit der Testung neuer Klone ebenso zu seinem Arbeitsfeld. 

Ein weiterer Schwerpunkt war in den letzten Jahren die Antragstellung und Organisation von EU-Fördermaßnahmen in der Genossenschaft und den angeschlossenen Obstbaubetrieben. Hier können Einzelbetriebe über die OGM Zuschüsse z.B. für Hagelnetze, Tunnels oder Pflanzmaterial erhalten.