Neue asiatische Schlupfwespe siedelt sich in den Niederlanden an
Eine kleine parasitäre Schlupfwespe aus Asien hat sich spontan in den Niederlanden angesiedelt. Feldforschungen der Wageningen University & Research (WUR) haben ergeben, dass die Art Leptopilina japonica junge Larven der Suzuki-Fruchtfliege parasitiert.
Damit erhält die biologische Bekämpfung dieses hartnäckigen Fruchtparasiten unerwartete Unterstützung.
Die Suzuki-Fruchtfliege (Drosophila suzukii) verursacht seit ihrer Ankunft in Europa große Schäden beim Anbau von Kirschen, Himbeeren, Beeren und anderen Weichfrüchten. Anders als einheimische Fruchtfliegen legt das Weibchen seine Eier in reifende Früchte, die noch an der Pflanze hängen. Die Larven entwickeln sich in der Frucht, wodurch diese verdirbt und unverkäuflich wird. Da die Art hier kaum natürliche Feinde hat und sich auf Dutzenden von Pflanzenarten vermehren kann, ist ihre Bekämpfung schwierig. In Asien, wo die Suzuki-Fruchtfliege natürlich vorkommt, ist sie ein weniger großes Problem. Das liegt daran, dass spezialisierte Schlupfwespen die Population dort in Schach halten.
Im vergangenen Sommer untersuchte die WUR Früchte an 35 Standorten in sieben Provinzen. An 24 Standorten wurden Populationen von Leptopilina japonica gefunden, teilweise in großer Zahl. Der Fund in Drenthe markiere bislang die nördlichste Grenze des europäischen Verbreitungsgebiets dieser Art. Die Schlupfwespe ist etwa 1,5 mm groß und hochspezialisiert. Sie legt ihre Eier fast ausschließlich in junge Larven der Suzuki-Fruchtfliege. Die Larve der Schlupfwespe entwickelt sich dann in der Fruchtfliegenlarve und tötet diese, wodurch der Suzuki-Befall begrenzt wird.
Warum europäische Arten nicht funktionieren
In Europa vorkommende Schlupfwespen erweisen sich als wenig wirksam gegen die Suzuki-Fruchtfliege. Sie suchen vor allem Larven in verfaultem Obst auf dem Boden oder in pflanzlichen Abfällen. Die Suzuki-Fruchtfliege entwickelt sich jedoch in reifendem Obst an Sträuchern und Bäumen. Außerdem kann ihre Larve die Eier europäischer Schlupfwespen einkapseln, sodass diese sich nicht entwickeln können. Leptopilina japonica sucht aktiv in Früchten, die noch an der Pflanze hängen, und kann dieses Abwehrsystem umgehen.
Forscher sehen Entdeckung als positive Entwicklung
Die Art wurde 2016 erstmals außerhalb Asiens in Kanada beobachtet und kommt mittlerweile in elf US-Bundesstaaten vor. In Europa wurde sie nacheinander in Italien (2019), der Schweiz und Deutschland (2021), Frankreich (2022), Belgien (2022) und dem Vereinigten Königreich (2024) festgestellt. Die Suzuki-Fruchtfliege und diese Schlupfwespe scheinen sich gemeinsam aus Südostasien auszubreiten. In Ländern, in denen die Schlupfwespe bereits seit längerer Zeit vorkommt, wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen gemeldet. Sie konzentriert sich fast ausschließlich auf die Suzuki-Fruchtfliege. In sehr begrenztem Umfang parasitiert sie auch einige häufig vorkommende Fruchtfliegenarten wie die Bananenfliege (Drosophila melanogaster). Die Forscher erwarten nicht, dass die Anwesenheit von Leptopilina japonica in unserem Land zu Problemen führt, und betrachten den Fund als positive Entwicklung.
Weiterführende Untersuchungen in Kulturen
Ob sich die Schlupfwespe dauerhaft in kommerziellen Obstplantagen halten kann und inwieweit sie die Population der Suzuki-Fruchtfliege selbstständig unterdrücken kann, wird weiter untersucht. Wahrscheinlich wird die Art der Fruchtfliege jährlich aus natürlichen Lebensräumen in die Kulturen folgen.
Neben dieser spontanen Ansiedlung führte die WUR im Jahr 2025 an fünf Standorten in den Niederlanden eine weitere spezialisierte asiatische Schlupfwespe ein, Ganaspis kimorum. Es wird untersucht, ob sich auch diese Art ansiedelt und zur biologischen Bekämpfung der Suzuki-Fruchtfliege beiträgt.