Les Fermes Debout: Das Agrarmodell mit Zukunftspotenzial?
Für das diesjährige Frankreich-Special hat Thibaut Millet, CEO von Les Fermes Debout, seine Vision des Produktionsmodells vorgestellt, für das er 2025 sogar den "Visionärspreis" der französischen Tageszeitung "L'Opinion" erhielt.
Aufklärung als Teil des Konzepts
Neben dem operativen Ausbau sieht Millet einen weiteren zentralen Punkt: das fehlende Verständnis für die Realität des Gemüseanbaus. Dieses betreffe sowohl Verbraucher als auch Teile der nachgelagerten Wertschöpfungskette. „Aufklärungsarbeit ist daher ein fester Bestandteil unseres Ansatzes“, betont er. Dabei gehe es nicht nur um Produktionsmethoden, sondern auch um den Einblick in Arbeitsbedingungen, Risiken und wirtschaftliche Rahmenbedingungen – als Voraussetzung dafür, neue Modelle nachvollziehbar zu machen und Akzeptanz zu schaffen.
Umsetzung in Deutschland realistisch?
Grundsätzlich sei das Konzept nicht auf Frankreich beschränkt. „Das Modell ist so angelegt, dass es sich an unterschiedliche Standort- und Marktbedingungen anpassen lässt“, erklärt Millet. Eine Umsetzung in Deutschland hält er für realistisch, sofern agronomische Anpassungen vorgenommen würden, die Logistik stimme und vor allem eine starke regionale Verankerung gewährleistet sei. Themen wie Ernährungssouveränität, die Rückverlagerung des Bio-Anbaus und der Schutz der Böden seien in Deutschland ebenso relevant.
Blick in die Zukunft
Für die kommenden drei bis fünf Jahre formuliert Millet ein klares Ziel: Ein Netzwerk von mehr als 20 Betrieben solle zeigen, dass sich das Modell zuverlässig vervielfältigen lässt. Die neue Farm in Lisses bei Paris spiele dabei eine Schlüsselrolle – als Referenz für Anbau und Organisation. Erfolg bedeute für ihn, „wirtschaftliche Stabilität, messbaren ökologischen Nutzen und eine dauerhaft attraktive Perspektive für den Beruf des Gemüsebauern miteinander zu verbinden“.
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Blick zurück: Im Frankreich Special finden Sie den ersten Teil des interessanten Interviews mit Thibaut Millet, das Sie hier in unserem kostenlos verfügbaren E-Paper nachlesen können.