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Geschlechtergerechtigkeit als Schlüssel für nachhaltige Ernährungssysteme

Frauen leisten einen großen Teil der landwirtschaftlichen Arbeit weltweit, bleiben aber oft unsichtbar. Eine Veranstaltungsreihe von ‚Weltacker Schweiz‘ zeigte jetzt anhand von Beispielen aus drei Kontinenten, wie Frauen nachhaltige Ernährungssysteme stärken – und warum Gleichstellung dabei zentral ist. Hierüber berichtete jetzt der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID). 
Passend zum UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen organisiert ‚Weltacker Schweiz‘ eine Veranstaltungsreihe, welche Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft ins Zentrum rückt.

Frau am Marktstand
© LID

Nach einem Austausch von indischen Bäuerinnen mit Frauen aus der Schweizer Landwirtschaft Mitte Februar wurden in einer zweiten Veranstaltung weitere Projekte und Perspektiven beleuchtet. Unter dem Titel ‚Our Piece of Land – Feminist Perspectives on Agriculture and Food Systems‘ sprachen vier Frauen von drei Kontinenten über bewährte Praktiken und Geschlechtergerechtigkeit in der Landwirtschaft. Die vier Präsentationen zeigten auf, wie die Gleichstellung der Geschlechter ein Schlüssel zu nachhaltigen und gerechten Ernährungssystemen weltweit sein kann.

UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen

Im Jahr 2026 stehen die Frauen der Landwirtschaft im Fokus: Das ‚International Year of the Woman Farmer‘ (IYWF 2026) rückt die wichtigen, jedoch oft unerkannten Rollen der Frauen in Agrar- und Ernährungssystemen in den Vordergrund. Das UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen soll das Bewusstsein schärfen und Maßnahmen fördern, um geschlechtsspezifische Unterschiede zu beseitigen und die Lebensbedingungen von Frauen weltweit zu verbessern. Anlässlich des UNO-Jahres lädt der LID ab April 2026 außerdem herzlich zur Ausstellung ‚Frauen in der Landwirtschaft: gestern – heute – morgen‘ im Freilichtmuseum Ballenberg ein. „Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine entscheidende Voraussetzung für nachhaltige und gerechte Ernährungssysteme“, eröffnet Suse Brettin die erste Präsentation der Runde. Suse Brettin ist Doktorandin für Gender und Globalisierung in der Landwirtschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Obwohl Landwirtschaft meistens als genderneutraler Raum beschrieben werde, würden damit verbundene Aspekte wie Geschlecht, Macht und soziale Hierarchien oftmals unsichtbar bleiben, meint Suse Brettin. Umso wichtiger sei es daher, alternative Strukturen, die zu einem großen Teil auch aus Frauen bestehen, aufzuzeigen. „Wenn wir es ernst meinen mit der Umgestaltung der Landwirtschaft und der Ernährungssysteme, müssen wir auch die darin verankerten geschlechtsspezifischen Machtverhältnisse verändern.“ In Deutschland werden ca. 89 % aller landwirtschaftlichen Betriebe von Männern geführt, in der EU sind es durchschnittlich 82 %. In der Schweiz werden lediglich ca. 8 % der Betriebe von Frauen geführt.