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Gasspeicherfüllstände: Entwarnung auch für Landwirtschaft

Trotz niedriger Speicherfüllstände ist die Versorgungssicherheit mit Gas in Deutschland weiterhin gewährleistet. Das geht aus der aktuellen Lagebewertung der Bundesnetzagentur (BNetzA) hervor. In den ersten Februartagen war der Füllstand unter die 30-Prozent-Marke gefallen. Im Vorjahr waren die Speicherstätten bis dahin noch mehr als zur Hälfte gefüllt. 

Reife Tomaten kurz vor der Ernte im Gewächshaus.
© nsc

Dass gleichzeitig der Verbrauch wegen des ungewöhnlich kalten Winters weiterhin hoch ist, hatte in Deutschland Sorgen vor einer etwaigen Mangellage befeuert. Solche Sorgen hält die BNetzA allerdings für unbegründet. Die Behörde schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick weiterhin als gering ein. Nicht zuletzt, weil Deutschland als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine seine Importmöglichkeiten ausgeweitet hat. Gas könne nicht nur über Pipelines aus Norwegen, sondern auch in großen Mengen über LNG-Terminals bezogen werden. Weitere Importmöglichkeiten seien zudem über Frankreich und Belgien erschlossen worden.

Dass auch landwirtschaftliche Betriebe nicht mit einer Unterbrechung der Gasversorgung rechnen müssen, bestätigte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Wirtschaft GmbH (ISW), Andreas Stärk, gegenüber AGRA Europe. Bei Propan gebe es keinerlei Engpässe in der Versorgung, sagte Stärk. Die Beschaffungspreise auf dem Spotmarkt seien „im üblichen Ausmaß bei erhöhter Nachfrage leicht gestiegen“. Bei Methan beziehungsweise Erdgas hätten die Preise auf dem Spotmarkt zuletzt deutlich angezogen, während die Kontraktpreise bisher nicht reagiert hätten, berichtete Stärk.

Dass das Potenzial von Biogas für die Gasversorgung Deutschlands weiterhin nicht vollständig ausgeschöpft werde, kritisierte der Präsident des Fachverbands Biogas (FvB), Thomas Karle. „Wir können sicher nicht den gesamten Gasbedarf Deutschlands decken, aber wir können einen wichtigen Beitrag als strategische Reserve zur Entspannung leisten – heute und in Zukunft“, sagte Karle. Zwar betone die Bundesregierung, die Lage im Griff zu haben, so Karle. Es sei jedoch fahrlässig, bestehende Anlagen nicht vollständig zu nutzen. Um die notwendigen Investitionen in die Biogasproduktion anzustoßen, brauche es klare politische Signale und eine verlässliche Perspektive.

Die Anhebung des Ausschreibungsvolumens für 2025 und 2026 im Biomassepaket sei dafür ein erster, wichtiger Schritt gewesen, so Karle. Dieser Weg müsse nun fortgeführt und über 2026 hinaus verlängert werden, um Anlagen aus den Jahren 2009 bis 2011 zu erhalten, forderte er.  AgE

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