Vor knapp 180 Jahren wurde die Gartenbau-Versicherung von Gärtnern gegründet, die Wurzeln der Vereinigten Hagel reichen mehr als 200 Jahre zurück. Beide Unternehmen seien aus dem Gedanken entstanden, Risiken gemeinsam zu tragen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Heute zählen sie nach eigenen Angaben zu den führenden Spezialversicherern ihrer Branche in Europa. „Uns verbinden die gleichen Werte, eine ähnliche Unternehmenskultur und das gemeinsame Ziel, unseren Mitgliedern auch künftig verlässlich zur Seite zu stehen“, sagt Christian Senft, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung. „Die Nähe zu unseren Mitgliedern und ihre Mitbestimmungsrechte prägen unsere Versicherungsvereine.“
Als Hintergrund für den geplanten Zusammenschluss verweisen die Unternehmen auf die veränderten Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Gartenbau. Wetterextreme und die Folgen des Klimawandels erhöhten die Anforderungen an Risikobewertung und Risikotragfähigkeit. Hinzu kämen veränderte Marktbedingungen, steigende regulatorische Pflichten sowie der technologische und digitale Wandel. Daher sei es sinnvoll, Erfahrungen und Kompetenzen zu bündeln und zugleich branchenspezifische Expertise, Kundennähe und Identität zu sichern.
„Unser Ziel ist es, gemeinsam ein starkes und unabhängiges Versicherungsunternehmen zu gestalten, das den Bedürfnissen von Landwirtschaft und Gartenbau verpflichtet bleibt. Wachstum verstehen wir nicht als Selbstzweck. Es schafft vielmehr die Grundlage dafür, den Gegenseitigkeitsgedanken, der beide Unternehmen seit Generationen trägt, langfristig zu bewahren“, betont Dr. Philipp Schönbach, Vorstandssprecher der Vereinigten Hagel.
Der angestrebte Zusammenschluss erfolge aus einer Position der Stärke beider Unternehmen. Durch die Bündelung der Kräfte sollen Versicherungsangebote spezifisch weiterentwickelt, Innovationen gefördert und wachsenden Anforderungen und Veränderungen im Markt begegnet werden.
Die Gespräche würden auf Augenhöhe geführt. Voraussetzung für einen Zusammenschluss sei, dass bestehende Verträge und Vereinbarungen ihre Gültigkeit behalten, die Standorte Gießen und Wiesbaden fortbestehen und die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit erhalten bleibt. Der Abschluss der Gespräche ist für 2027 vorgesehen. Anschließend müssen die Mitgliedervertreterversammlungen beider Unternehmen zustimmen. Zudem ist die Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörden erforderlich.