Welche konkreten Veränderungen haben Sie in den vergangenen Jahren bei Verpackungslösungen im Obst- und Gemüsebereich umgesetzt – und was waren die wichtigsten Treiber dafür?
In den vergangenen Jahren lag der Fokus auf gestalterischen Weiterentwicklungen, insbesondere bei Premiumprodukten, um eine klarere Differenzierung am PoS zu erreichen. Parallel dazu wurden Verpackungen gezielt optimiert, um Frachträume effizienter auszulasten und damit Logistik- sowie Kostenstrukturen zu verbessern. Zudem gewinnt bei der Umverpackung der Einsatz von Pfandsystemen zunehmend an Bedeutung. Treiber waren vor allem Kosten, Effizienz in der Supply Chain sowie Anforderungen des Handels.
Wie bewerten Sie die Akzeptanz neuer Verpackungskonzepte bei Ihren Kunden im Handel und bei den Endverbrauchern – wo sehen Sie Fortschritte, wo noch Hürden?
Neue Verpackungskonzepte entstehen meist in enger Abstimmung mit dem Handel oder werden direkt vorgegeben. Viele Ansätze funktionieren initial gut, stehen jedoch immer unter dem direkten Test des Konsumentenverhaltens. Wenn Produkte trotz neuer Verpackung nicht ausreichend nachgefragt werden, werden diese Konzepte auch schnell wieder ausgelistet.
Welche Rolle spielen Faktoren wie Produktschutz, Haltbarkeit und Logistik aktuell bei der Entwicklung neuer Verpackungen im Vergleich zu Nachhaltigkeitsaspekten?
In der Praxis müssen alle Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden. Produktschutz, Haltbarkeit und logistische Effizienz bilden dabei die Grundlage, da sie direkt Einfluss auf Qualität, Abschriften und Wirtschaftlichkeit haben. Nachhaltigkeitsaspekte sind ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung, können sich jedoch nur dann durchsetzen, wenn sie funktional und wirtschaftlich tragfähig sind.
Wie gehen Sie bei der Entwicklung oder Umstellung von Verpackungen vor?
Wir arbeiten eng mit Partnern aus der Verpackungsindustrie zusammen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung neuer Materialien, der Optimierung von Designs sowie der besseren Ausnutzung von Frachträumen. Die Zusammenarbeit ist praxisorientiert und zielt darauf ab, Lösungen zu entwickeln, die sich nahtlos in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Mit Blick auf die kommenden Jahre: Welche Verpackungslösungen oder Materialien halten Sie im Frischebereich für besonders vielversprechend – und wo sehen Sie aktuell noch Grenzen in der praktischen Umsetzung?
Entscheidend bleibt, dass das jeweils beste Material für den Produktschutz eingesetzt wird. Vielversprechend sind Lösungen, die Funktionalität und Effizienz mit verbesserten Nachhaltigkeitseigenschaften verbinden. Gleichzeitig bleiben die Entwicklung der Verpackungspreise sowie die wirtschaftliche Umsetzbarkeit zentrale Herausforderungen, die maßgeblich beeinflussen werden, welche Konzepte sich am Markt durchsetzen.