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Extremwetter sorgt für Angebotsknappheit bei Obst und Gemüse in Europa

Die Erntesaison 2025/26 wird in Südeuropa und Nordafrika derzeit von außergewöhnlichen Wetterbedingungen überschattet. Unwetter in Spanien, anhaltend niedrige Temperaturen in Italien sowie Wetterinstabilität und strukturelle Dürre in Marokko beeinträchtigen gleichzeitig Produktion, Lieferketten und Exportmengen. 

Leere Flächen in der Obst- und Gemüseabteilung
© Jürgen Fälchle - AdobeStock

Da diese Regionen in den Wintermonaten zu den wichtigsten Lieferanten für den europäischen Markt zählen, kommt es vor allem bei Gemüse zu spürbaren Angebotsengpässen und deutlichen Preissteigerungen, zog AgrarMarkt Austria jetzt Bilanz. In Spanien führten Starkregen, Stürme und lokale Überschwemmungen in zentralen Anbaugebieten wie Almería, Murcia und Huelva zu Schäden an Gewächshäusern und Freilandkulturen. Besonders betroffen sind AMA zufolge Gurken, Tomaten, Paprika, Salate und Beeren. Die Haupternte von spanischen Erdbeeren werde verzögert einsetzen, die verfügbaren Mengen seien begrenzt. „In Italien bremsten unterdurchschnittliche Temperaturen und Frostnächte das Wachstum wärmeliebender Kulturen. Salate, Tomaten, Paprika und Zucchini können derzeit nur verzögert geerntet werden, wodurch Italien Angebotslücken aus Spanien nur eingeschränkt ausgleichen kann. Dies könnte die Spannungen am Markt zusätzlich verschärfen. Marokko ist in der vor- und nachgelagerten Saison ein wichtiger Lieferant für das europäische Festland, insbesondere von Tomaten. Gleichzeitig belasten Wetterextreme, Störungen in der Lieferkette und eine seit Jahren anhaltende Dürre die Produktion“, so AgrarMarkt Austria. 
Insgesamt führe die gleichzeitige Betroffenheit aller drei Regionen derzeit zu einer deutlichen Angebotsverknappung bei frischem Gemüse in Europa. „Die Preise für Gurken, Tomaten, Paprika und Salate liegen teilweise deutlich über dem vorjährigen Durchschnitt. Erhöhte Preisvolatilität und wachsende Planungsunsicherheit für Handel und Verarbeitung sind die unerwünschten Nebenwirkungen dieser Marktlage“, so die AMA-Experten. Auch in Österreich wirke sich der überdurchschnittlich hohe Anteil an sonnenarmen Tagen bereits auf die Produktion von Fruchtgemüse im geschützten Anbau aus. „Die physiologische Entwicklung der Kulturen wird durch die fehlende Sonneneinstrahlung gehemmt. Erhöhte Energiekosten, ein späterer Erntebeginn und damit einhergehende Ertrags- bzw. Umsatzeinbußen sind die Folge. Die Saison 2025/26 verdeutlicht bislang eindrücklich, dass wetterbedingte Risiken ein zunehmender Unsicherheitsfaktor für die Versorgungssicherheit und Preisentwicklung im europäischen als auch österreichischen Kontext darstellt.“
 

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