Technische Analysen hätten ergeben, dass die Konzentration dieser chemischen Substanzen dreimal so hoch war wie die nach europäischen Vorschriften zulässigen Höchstwerte. Bustos Guerra betonte, dass zwar beide Wirkstoffe für den Einsatz bei dieser Kultur in Ecuador zugelassen seien, die Ergebnisse jedoch darauf hindeuten, dass weder die empfohlenen Dosierungen noch die erforderlichen Wartezeiten vor der Ernte eingehalten werden.
Diese Gesundheitswarnung entfache erneut die Debatte über den Pflanzenschutz im Land. Unter Berufung auf Daten der FAO wies der Geschäftsführer von GreenControl-LA darauf hin, dass Ecuador einen Pflanzenschutzmitteleinsatz von 14 kg/ha pro Jahr verzeichne, eine Zahl, die von internationalen Organisationen als „sehr hoch“ eingestuft wird.
Diese Statistik mache Ecuador zum Land mit dem zweithöchsten Pflanzenschutzmitteleinsatz in Lateinamerika, übertroffen nur von Costa Rica.
Für Bustos Guerra stelle diese Situation einen Widerspruch dar, der innerhalb der nationalen Produktionsstruktur kaum zu übersehen sei. Einerseits festige Ecuador seine Position als wichtigster Lieferant von Bio-Produkten für die Europäische Union und von Bio-Obst für die Vereinigten Staaten. Andererseits sehe sich das Land ernsthaften Vorwürfen hinsichtlich des Einsatzes von Chemikalien im konventionellen Anbau ausgesetzt.
„Es ist eine schwer nachvollziehbare Dichotomie“, schloss der Experte und betonte die Dringlichkeit, die Praktiken in der Landwirtschaft an die Anforderungen der wertvolleren Märkte hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit anzupassen.