Der Umsatz mit Pistazienprodukten im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt: Von 170 Mio Euro im Jahr 2021 stieg er auf 374 Mio Euro im Jahr 2025 – ein Plus von 120 %. Allein 2025 legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 48 % zu. 53 % der Haushalte kauften 2025 mindestens ein Pistazienprodukt – ein deutlicher Hinweis auf die breite Marktdurchdringung.
Besonders stark beschleunigt hat sich das Wachstum seit 2024. Ende Dezember 2023 nahm der Trend um die sogenannte Dubai-Schokolade global Fahrt auf, Ende 2024 folgte die Markteinführung der „Dubai Style Chocolate“ von Lindt in Deutschland. Entsprechend wurde das Umsatzwachstum 2024 vor allem durch Tafelschokolade, aber auch durch süße Brotaufstriche und Pistazien als Nussprodukt getrieben. 2025 zeigten sich erneut starke Impulse für schokoladennahe Pistazienprodukte: Die drei Kategorien mit dem höchsten prozentualen Umsatzwachstum gegenüber 2024 waren Schokoriegel (+192 %), Tafelschokolade (+175 %) und Pralinen (+142 %).
Beim Blick auf die Käuferstruktur zeigt sich: Der Pistazien-Trend zieht sich durch alle Altersgruppen. Die höchste Käuferreichweite sowie den größten Umsatzanteil erzielen Haushalte, in denen der Haushaltsführer zwischen 25 und 54 Jahre alt ist. Damit wird das Wachstum vor allem von Millennials und der Generation X getragen, also von Haushalten mit hoher Alltagsrelevanz für Snack-, Dessert- und Impulskäufe.
In einer aktuellen YouGov Befragung geben 45 % der Deutschen an, Pistazien am liebsten pur zu essen – gesalzen, ungesalzen oder Natur. Weitere 11 % genießen sie vor allem in Eis oder Desserts, 7 % in Süßwaren wie Schokolade oder Riegeln. Gut ein Fünftel (22 %) der Befragten gibt an, keine Pistazien zu konsumieren.
„Unsere verknüpften Shopper- und Befragungsdaten zeigen sehr klar, dass Pistazien längst einen festen Platz im Lebensmitteleinzelhandel erobert haben“, sagt Petra Süptitz, Director Insights & Future Growth bei YouGov bei YouGov. „Für den Handel bietet sich die Chance, das wachsende Interesse gezielt aufzugreifen – etwa mit aufmerksamkeitsstarken Platzierungen und einem Sortiment, das sowohl den klassischen Knabber-Anlass als auch den Einsatz in Süßspeisen oder Desserts bedient. Inzwischen ist der Pistazien-Trend auch in Warengruppen außerhalb von Lebensmitteln angekommen, beispielsweise in der Körperpflege als Duschbad, Gesichtspflege, Shampoo oder auch als Weichspüler. Das ist ein spannender Verlauf, den man oft bei Trends beobachtet – sie beginnen in einem Bereich und diffundieren dann so nach und nach in andere Bereiche.“