Die europäischen Landwirte und Agrargenossenschaften stehen unter enormem Druck. Wenn die EU jetzt nicht handelt, riskiert sie, eines ihrer größten strategischen Güter zu verlieren: die Fähigkeit, sich selbst und die Welt zu ernähren, heißt es weiter.
Heute sehe man in Europa ein Paradoxon entstehen: Die Europäische Kommission spricht von der Landwirtschaft und ihrer strategischen Bedeutung, doch ihren Worten folgen keine Taten, kritisiert Copa Cogeca.
"Wir können uns nicht länger mit Rhetorik zufrieden geben, wir brauchen jetzt Ergebnisse und konkrete Lösungen für unsere landwirtschaftlichen Betriebe und Agrargenossenschaften. Für uns ist die Sache heute ganz einfach: Die drei europäischen Institutionen müssen auf die folgenden drei Forderungen reagieren; alles andere wird als reine Augenwischerei betrachtet."
Folgende Forderungen haben Copa Cogeca:
Starke, gemeinsame und gut finanzierte GAP nach 2027
Die Zwei-Säulen-Struktur der GAP respektieren und ein inflationssicheres Budget gewährleisten
Die Gemeinsamkeit der GAP bewahren, um den Binnenmarkt und lebendige ländliche Gebiete
in der gesamten EU zu erhalten
Sicherstellen, dass die GAP Ernährungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und faire Einkommen fördert
Das Gleiche gilt für die Gemeinsame Fischereipolitik
Fairer und transparenter Handel
Stoppt die Ratifizierung des Mercosur-Abkommens
Keine Gegenseitigkeit, keine wirksamen Schutzmaßnahmen, kein Abkommen
Ausgewogene Importe aus der Ukraine, um die EU-Erzeuger nicht zu destabilisieren
Überarbeitung von Handelsabkommen wie EU-USA oder EU-Marokko, um wirksame Schutzmaßnahmen und Gegenseitigkeit aufzunehmen
Echte Vereinfachung und Rechtssicherheit
CBAM für Düngemittel aufschieben, um unerschwingliche Kosten zu vermeiden
Ein ehrgeiziges Umwelt-Omnibusgesetz mit gezielten Änderungen (IED, Nitrate/Habitate/Wasser
Naturwiederherstellungsgesetz) mit dem Ziel einer besseren Regulierung und der Freigabe nachhaltiger Investitionen
Beschleunigung der Zulassung sicherer, wirksamer Pflanzenschutzmittel: Kein Verbot ohne Alternativen
Die Landwirtschaft sei eines der stärksten Symbole der europäischen Integration. Wenn die Landwirtschaft heute zu kämpfen hat, dann stehe die Lebensfähigkeit des europäischen Projekts auf dem Spiel. "Die europäischen Landwirte und Agrargenossenschaften sind engagierte Europäer, und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass die Europäische Union einen strategischen Fehler begeht, der sich kurz-, mittel- und langfristig als äußerst kostspielig erweisen könnte. Die Europäische Kommission, die Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Mitgliedstaaten müssen verantwortungsbewusst handeln. Die Ernährungssicherheit ist eine Voraussetzung für die Sicherheit Europas, und ohne Ernährungssicherheit ist das europäische Projekt selbst in Gefahr. Wir werden so lange mobilisiert bleiben, bis Klarheit in diesen Punkten herrscht, denn heute steht die Zukunft der europäischen Landwirtschaft auf dem Spiel."