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Citrus Fruits for Wellness: Forschung, Innovation in der Lieferkette, Verwertung von Nebenprodukten

In Mailand wurde die zweite Auflage des europäischen Projekts zur „Arancia Rossa di Sicilia IGP“ vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Forschung, Innovation in der Lieferkette, die Verwertung von Nebenprodukten und neue Strategien zur Förderung des Zitruskonsums.

Menschen sitzen in einer Reihe an einem Tisch
© Emanuela Stifano

Deutschland bestätigt sich als wichtigster Absatzmarkt für italienische Orangen und als strategischer Absatzmarkt für die Zukunft der nationalen Zitrus-Lieferkette. Vor dem Hintergrund, dass deutsche Verbraucher zunehmend Wert auf zertifizierte Qualität, Nachhaltigkeit und Gesundheit legen, bekräftigt das europäische Projekt „Citrus Fruits for Wellness“ sein Engagement für die Aufwertung des europäischen Zitrus-Erbes und insbesondere der Roten Orange aus Sizilien (IGP).

Die neuen Leitlinien für das zweite Jahr des dreijährigen Programms wurden am 10. Juni im Palazzo Pirelli in Mailand vorgestellt. Das Projekt bezieht strategisch wichtige Städte in Italien und Deutschland ein, darunter Mailand, Rom, Catania, Frankfurt, München und Berlin, mit dem Ziel, die Positionierung europäischer Zitrusfrüchte auf den Märkten zu festigen, die besonders sensibel auf Themen wie Nachhaltigkeit und Wohlbefinden reagieren.

„Heute konkurriert man nicht mehr nur über den Preis oder die Verfügbarkeit des Produkts“, erklärte Salvo Falcone, Kommunikationsleiter des Konsortiums Euroagrumi. „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, den wahren Wert der Orange, ihre Verbindung zur Region und den Beitrag, den sie zum Wohlbefinden der Menschen leisten kann, zu vermitteln. Der deutsche Verbraucher achtet zunehmend auf diese Aspekte und sucht nach Produkten, die eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen haben.“

Innovation und Klimaresilienz

Eines der zentralen Themen der Veranstaltung war die Rolle der wissenschaftlichen Forschung bei der Gewährleistung der Nachhaltigkeit der Zitrusproduktion. Dank der Zusammenarbeit zwischen dem Konsortium Euroagrumi, der Universität Catania und dem Crea in Acireale wurden innovative Instrumente entwickelt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Zu den bedeutendsten Ergebnissen zählt ein fortschrittliches Bewässerungssystem, mit dem der Wasserverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Techniken um bis zu 40 % gesenkt werden kann.
Neben der Wassereffizienz setzt das Projekt auf Kreislaufwirtschaft und die Verwertung von Nebenprodukten.

„Zitrusschalen dürfen nicht als Abfall betrachtet werden“, betonte Lidia Agosto, Expertin auf diesem Gebiet. „Sie stellen einen Rohstoff mit hoher Wertschöpfung dar, aus dem reine und zertifizierte ätherische Öle für zahlreiche industrielle Anwendungen gewonnen werden können. Dieser Ansatz schafft neue wirtschaftliche Möglichkeiten und trägt dazu bei, Abfall deutlich zu reduzieren.“

Die Forschungsaktivitäten umfassen zudem die Entwicklung essbarer Folien aus Zitrusnebenprodukten, die die Haltbarkeit der Früchte verlängern und zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen entlang der Lieferkette beitragen können.

Ernährungsbildung und Verbraucher der Zukunft

Für das europäische Projekt hängt das Wachstum der Nachfrage auch von der Ausbildung der jüngeren Generationen ab.

„Schulen sind der Ort, an dem die Ernährungsgewohnheiten der Zukunft geprägt werden“, erklärte Samantha Santamaria, Referentin der Direktion ACOF – Associazione Culturale Olga Fiorini. „Junge Menschen zu einer gesunden Ernährung zu erziehen, bedeutet, konkret in die Gesundheit künftiger Generationen zu investieren und ein größeres Bewusstsein für den Wert hochwertiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu schaffen.“

Die Einbindung des Bildungssystems geht Hand in Hand mit der Einbindung des organisierten Großhandels und des Horeca-Kanals, um korrekte Informationen über die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Zitrusfrüchten zu verbreiten.

Laut Andrea Turri von ACOF muss das Konzept des Wohlbefindens auch in den Alltag der Menschen integriert werden. „Gesundheit entsteht durch kleine Gesten, die sich jeden Tag wiederholen. Ein einfacher Orangensaft am Morgen kann Teil eines ausgewogenen Lebensstils werden und zum körperlichen und geistigen Wohlbefinden beitragen.“

Die Epigenetik hält Einzug in die Ernährungsdebatte

Zu den innovativsten Aspekten, die während der Konferenz zur Sprache kamen, gehörte der Verweis auf die Epigenetik, eine Disziplin, die untersucht, wie Umwelt- und Ernährungsfaktoren die Genexpression beeinflussen können.

„Unsere täglichen Ernährungsentscheidungen haben Auswirkungen, die über die reine Nährstoffzufuhr hinausgehen“, erklärte Susanna Messaggio, Gast der Veranstaltung. „Eine Ernährung, die reich an frischem Obst und Zitrusfrüchten ist, kann dazu beitragen, günstige Bedingungen für das Wohlbefinden des Organismus zu schaffen, und dabei auch biologische Mechanismen beeinflussen, die mit der Genexpression zusammenhängen.“

Zum Abschluss der Veranstaltung fasste der Wein- und Gastronomiejournalist Valerio Caparelli die Bedeutung der Initiative zusammen: „Wohlbefinden entsteht aus dem Zusammenspiel von Natur, Wissen und Verantwortung. Die wichtigste Herausforderung besteht darin, diese Werte an die neuen Generationen und die Verbraucher von morgen weiterzugeben.“ Emanuela Stifano