4 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Bayer ist operativ auf Kurs - entscheidende Fortschritte bei strategischen Prioritäten

Der Bayer-Konzern ist eigenen Angaben zufolge auch im 2. Quartal 2026 weiter vorangekommen und verzeichnet damit ein erfolgreiches 1. Halbjahr.

Leuchtendes Bayer-Kreuz mit dem Schriftzug 'BAYER' in einem Kreis, nachts vor dunklem Himmel
© Bayer AG

„Operativ sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson am Dienstag bei der Vorlage des Halbjahresfinanzberichts. Dabei seien alle drei Divisionen auf Kurs. Vor allem habe Bayer bei seinen langfristigen strategischen Prioritäten entscheidende Fortschritte erzielt. Dazu zähle das richtungsweisende Urteil des US Supreme Court im Fall Durnell, das dem Unternehmen beim vorgeschlagenen Sammelvergleich eine stärkere Position verschafft habe. „Insgesamt sind wir mit unserer Strategie zur Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten gut vorangekommen, wir haben aber noch wichtige Meilensteine vor uns“, sagte Anderson.

 Auch bei den anderen strategischen Prioritäten gehe es vorwärts. Anderson nannte die Fortschritte bei der Erneuerung der Pipeline von Pharmaceuticals und beim Fünfjahresprogramm zur Verbesserung der Marge bei Crop Science. Das schlanke, klar auf Kunden und schnellere Entscheidungen ausgerichtete Organisationsmodell von Bayer erhöhe die Produktivität im gesamten Konzern. Damit sei das Unternehmen auch gut dafür aufgestellt, die Chancen der Künstlichen Intelligenz optimal zu nutzen. „Durch intensive Arbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir in all diesen Bereichen Fortschritte erzielt. Es ist unerlässlich, dass wir diesen Fokus beibehalten“, betonte Anderson. „Wir konzentrieren uns darauf, unsere Ziele zu erreichen und Bayer bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.“

Dr. Judith Hartmann, die im Juni die Rolle als Finanzvorständin übernommen hat, sagte, sie freue sich, Teil des Teams zu sein, das Bayer in dieser entscheidenden Zeit steuere und vorantreibe. „Strategisch und finanziell ist uns ein großer Fortschritt gelungen – auch mit Blick auf unsere Bilanz. Zugleich liegen noch große Chancen vor uns.“ Das Unternehmen profitiere von seiner beeindruckenden Innovationskraft und Wachstumsaussichten über alle drei Divisionen hinweg. „Unsere finanziellen Prioritäten sind klar: Wir müssen weiter die Bilanz stärken, Produktivität sowie Cash Flow verbessern und zugleich in Wachstum investieren und nachhaltig Wert schaffen.“

Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen verbessert 

Der Konzernumsatz erhöhte sich im 2. Quartal 2026 währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 2,2 % auf 10,872 Mrd Euro. Negative Währungseffekte wirkten sich mit 63 (Vorjahr: 550) Mio Euro aus. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 1,9 % auf 2,144 Mrd Euro. Währungseffekte belasteten mit 70 (Vorjahr: 184) Mio Euro. Das EBIT betrug 827 (Vorjahr: 13) Mio Euro. Darin enthalten waren per saldo Sonderaufwendungen von 172 (Vorjahr: 981) Mio Euro, die im Wesentlichen aus Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten resultierten. Das Konzernergebnis belief sich auf 219 (Vorjahr: minus 199) Mio Euro. Der Free Cash Flow lag bei minus 371 (Vorjahr: plus 125) Mio Euro – u.a. infolge höherer Auszahlungen zur Beilegung der Rechtsverfahren. Die Nettofinanz­verschuldung erhöhte sich zum 30. Juni gegenüber dem 31. März 2026 um 3,5 % auf 33,647 Mrd Euro und im Vergleich zu einem Jahr zuvor um 1,1 %.

Im 1. Halbjahr 2026 erhöhte sich der Umsatz des Bayer-Konzerns wpb. um 3,3 % auf 24,277 Mrd Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 6,6 % auf 6,597 Mrd Euro, und beim bereinigten Konzernergebnis je Aktie gelang ein Zuwachs von 3,4 % auf 3,66 Euro.

Währungsbereinigter Konzernausblick bestätigt

Den währungsbereinigten Konzernausblick für das Geschäftsjahr 2026 bestätigte Bayer. Ausnahme: Das Unternehmen rechnet mit einer geringeren Nettofinanzverschuldung als ursprünglich prognostiziert. Diese soll nun zum Jahresende bei 29 bis 30 (bisher 32 bis 33) Mrd Euro liegen. Grund dafür ist die im Juli kommunizierte Minderheitsbeteiligung des US-Vermögensverwalters Apollo und von ihm verwalteter Fonds und Tochtergesellschaften. Sie erhalten für eine Einlage von 3 Mrd Euro eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, deren vollständige operative Kontrolle Bayer behält und in die das Unternehmen sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (LARC) einbringt.

Weitere Änderungen ergaben sich auf Basis der Wechselkurse zum Stichtag 30. Juni 2026: Hier rechnet Bayer jetzt mit einem Konzernumsatz von 44,7 bis 46,7 (bisher 44,5 bis 46,5) Mrd Euro und einem bereinigten Konzernergebnis je Aktie von 4,20 bis 4,70 (bisher: 4,10 bis 4,60) Euro.