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Bayer erreicht Finanzziele für 2025 und erwartet solides Jahr 2026

Der Bayer-Konzern hat seine Ziele für das Geschäftsjahr 2025 eigenen Angaben zufolge erreicht, nachdem er den währungsbereinigten Konzernausblick für Umsatz und Ergebnis Ende Juli erhöht hatte.

Bayer-Kreuz
© Bayer AG

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 1,1 % auf 45,575 Mrd Euro. Währungseffekte belasteten mit 1,742 Mrd Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 4,5 % auf 9,669 Mrd Euro. Hierin enthalten waren negative Währungseffekte von 491 Mio Euro, die alle Divisionen betrafen. Das EBIT lag bei -1,077 Mrd (Vorjahr: -71 Mio) Euro. Darin enthalten waren per saldo Sonderaufwen­dungen von 6,185 (Vorjahr: 5,507) Mrd Euro. Diese resultierten hauptsächlich aus den Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Das Konzernergebnis belief sich auf -3,620 (Vorjahr: -2,552) Mrd Euro. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie ging um 2,8 % auf 4,91 Euro zurück. Dies war im Wesentlichen durch den Ergebnisrückgang in den Divisionen Pharmaceuticals und Crop Science bedingt, positiv wirkte sich das verbesserte Finanzergebnis aus.

Der Free Cash Flow sank um 32,9 % auf 2,084 Mrd Euro. Die Nettofinanz­verschuldung reduzierte sich zum 31. Dezember 2025 gegenüber Ende 2024 um 8,5 % auf 29,843 Mrd Euro – im Wesentlichen aufgrund von Mittelzuflüssen aus dem operativen Geschäft sowie positiven Währungseffekten von 1,370 Milliarden Euro. Der Dividendenvorschlag für die Hauptversammlung am 24. April 2026 bleibt unverändert gegenüber dem des Vorjahrs: 0,11 Euro je dividendenberechtigter Aktie.

Im Agrargeschäft (Crop Science) stieg der Umsatz wpb. um 1,1 % auf 21,622 Mrd Euro. Wachstum war insbesondere im Geschäft mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften (wpb. 13,2 %) zu verzeichnen – und zwar in allen Regionen. Zurückzuführen war das auf eine starke Produktperformance, gewachsene Anbauflächen und eine lizenzvertragliche Einigung mit Corteva in Nordamerika. Ohne diese Einigung hätte das Plus hier wpb. bei knapp unter 10 % gelegen. Aufwärts ging es auch beim Gemüsesaatgut (wpb. um 7,5 %) – dank Preis- und Mengensteigerungen in nahezu allen Regionen. Die Umsätze mit Herbiziden bewegten sich auf Vorjahresniveau (wpb. +0,5 %), was auch für die glyphosathaltigen Produkte galt (wpb. +0,1 %). Das Geschäft mit Fungiziden lag wpb. um 4,8 % unter dem Vorjahr und war insbesondere durch markt- und wetterbedingte Rückgänge in den Regionen Nordamerika und Asien/Pazifik belastet. Das Geschäft mit Insektiziden (wpb. -12,2 %) war beeinträchtigt durch den Ablauf der Registrierung von Movento™ in Europa. Wie erwartet rückläufig waren die Umsätze mit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften (wpb. um 7,7 %) sowie Baumwollsaatgut (wpb. um 22,9 %) – eine Folge der ausgesetzten Zulassung für Dicamba-basierte Pflanzenschutzmittel in den USA.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science sank um 3,2 % auf 4,188 Mrd Euro. Hierin enthalten waren negative Währungseffekte von 208 (Vorjahr: positive Währungseffekte von 37) Mio Euro. Positiv bemerkbar machten sich das starke Wachstum von Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie eine Kostenreduktion durch Effizienzprogramme. Gegenläufig wirkten die negativen regulatorischen Effekte und höhere Aufwendungen für das konzernweite Short-Term-Incentive(STI)-Programm. Darüber hinaus wurde das Ergebnis von strategischen Maßnahmen beeinflusst, etwa durch Kosten der Portfoliofokussierung im Berichtsjahr sowie Veräußerungserlöse von Randgeschäften im Vorjahr. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen war mit 19,4 % identisch zum Vorjahr.

„Wir haben diese Prognose erreicht – und liegen dabei komfortabel innerhalb der angehobenen Spannen“, sagte der Vorstands­vorsitzende Bill Anderson. „Auf divisionaler Ebene ist Crop Science im ersten Jahr mit dem Programm zur Verbesserung der Ertragskraft vorangekommen. Die Fortschritte bei Pharmaceuticals werden immer deutlicher sichtbar – mit Produkteinführungen, die sich als Wachstumstreiber etablieren, und weiteren Produkten, deren Entwicklung hin zur Markteinführung vorankommt. Consumer Health litt durch schwache Märkte in den USA und China, konnte sein Margenziel aber erreichen.“

Für das Jahr 2026 erwarte Bayer währungsbereinigt eine solide Umsatz- und eine stabile Ergebnisentwicklung. „Der Ausblick sagt viel über die derzeitige strategische Position des Unternehmens aus: Es gibt starke Anzeichen für Fortschritt, wir arbeiten aber noch an unserem umfassenden Turnaround. Wir kommen überall im Unternehmen deutlich voran, wissen aber sehr genau, was in den unterschiedlichen Bereichen noch zu tun ist“, so Anderson. Das gelte auch bei der mehrgleisigen Strategie zur Eindämmung der US-Rechtsstreitigkeiten. Hier hatte Bayer im vergangenen Monat einen Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zu Roundup™ (Glyphosat) geschlossen. Außerdem treibt das Unternehmen die Implementierung des neuen Organisationsmodells weiter voran und erwartet, die dadurch angestrebten Ergebnisbeiträge von zwei Milliarden Euro zu realisieren. 

Umsatz und Ergebnis 2026 währungsbereinigt stabil erwartet

Bereinigt um Währungseffekte (also auf Basis der monatlichen Durchschnittskurse des Jahres 2025) erwartet Bayer für das Jahr 2026 einen Umsatz von 45 Mrd bis 47 Mrd Euro. Das entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahr von wpb. 0 bis +3 %. Währungsbereinigt rechnet das Unternehmen mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,6 Mrd bis 10,1 Mrd Euro. Um eine transparentere Darstellung der laufenden operativen Leistung zu bieten, werden beim bereinigten Ergebnis je Aktie künftig neben den regulären Abschreibungen auf Sachanlagen auch die regulären Abschreibungen auf bestimmte immaterielle Vermögenswerte berücksichtigt, vor allem auf Software. Die neue Berechnungslogik hätte für 2025 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,57 Euro statt wie berichtet 4,91 Euro ergeben. Für diese Kennzahl plane Bayer 2026 auf adjustierter Basis einen Wert von 4,30 bis 4,80 Euro. Der Free Cash Flow soll sich dann auf -2,5 Mrd bis -1,5 Mrd Euro belaufen, wobei wie bereits kommuniziert Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von ca. 5 Mrd Euro berücksichtigt sind. Zum Jahresende rechnet der Konzern mit einer Nettofinanzverschuldung von 32 Mrd bis 33 Mrd Euro.

Für 2026 erwarte Bayer erhebliche Wechselkursschwankungen. Basierend auf den Wechselkursen zum Stichtag 31. Dezember 2025 rechne Bayer abweichend von den oben genannten währungsbereinigten Werten auf Konzernebene mit einem Umsatz von 44 Mrd bis 46 Mrd Euro, einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,1 Mrd bis 9,6 Mrd Euro und einem bereinigten Ergebnis je Aktie (auf der oben beschriebenen adjustierten Basis) von 4 bis 4,50 Euro.

Nachhaltigkeitsziele: Bayer macht weitere Fortschritte

Bayer ist mit Blick auf die selbstgesteckten Nachhaltigkeitsziele weiter erfolgreich unterwegs. Im Bereich der sozialen Nachhaltigkeitsziele hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 82 Mio Menschen in wirtschaftlich oder medizinisch unterversorg­ten Regionen Zugang zu alltäglicher Gesundheitsversorgung ermöglicht. Darüber hinaus hat Bayer 68 Mio Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommens­niveau Zugang zu moderner Empfängnisverhütung verschafft und 53 Mio Kleinbauern mit seinen Produkten und Dienstleistungen unterstützt. Ziel ist, in allen drei Bereichen bis zum Jahr 2030 die Marke von jeweils 100 Mio zu erreichen.

Auch beim Klimaschutz komme Bayer gut voran. So habe der Konzern 2025 erstmals mehr als die Hälfte des eingekauften Stroms aus erneuerbaren Energiequellen bezogen. Standorte in Brasilien, Frankreich oder Spanien beziehen bereits 100 % des Stroms aus erneuerbaren Energien. Die kontinuierlichen Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit werden auch von Rating-Agenturen positiv eingeschätzt. Erstmals wurde Bayer von „MSCI Solutions“ mit „AA“ bewertet. Des Weiteren hat „Sustainalytics“ die bisherige „Red Flag“ für Bayer Ende 2025 aufgehoben. Grundlage für diese Entscheidung seien die Fortschritte bei der Eindämmung des Prozessrisikos im Zusammenhang mit Glyphosat. Insgesamt verfüge Bayer damit über verschiedene Ratingagenturen hinweg, über das beste Nachhaltigkeits-Ratingprofil in der Unternehmensgeschichte.

Zwei neue Kandidaten für den Aufsichtsrat

Bei der Hauptversammlung der Bayer AG steht am 24. April 2026 die Wahl von zwei Vertretern der Kapitalseite im Aufsichtsrat an. Als Kandidaten schlägt der Aufsichtsrat Marcel Smits (64) und Alfred Stern (61) vor. Marcel Smits war von 2018 bis 2022 Chairman und CEO für Asien-Pazifik sowie Global Head of Strategy bei Cargill, wo er zuvor mehr als fünf Jahre die Funktion des CFO innehatte. Derzeit arbeitet er als Seed- und Early Stage Investor in mehreren Start-ups. Seine Erfahrung in der Führung globaler Agrar- und Lebensmittelunternehmen mit komplexen Lieferketten wird für den Aufsichtsrat von großem Wert sein. Alfred Stern ist seit 2021 Vorstandsvorsitzender von OMV, wo er den Wandel des Unternehmens hin zu integrierter nachhaltiger Energie, Kraftstoffen und Chemikalien geleitet hat. Er wird diese Position nach Ablauf seiner Amtszeit im kommenden August niederlegen. Stern bringt Führungserfahrung, tiefes Wissen über die DACH-Region sowie Expertise in Governance-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in den Aufsichtsrat ein. Ausscheiden werden die langjährigen Mitglieder Paul Achleitner (69) und Colleen Goggins (71), deren Mandate mit Ende der Hauptversammlung ablaufen und die nicht zur Wiederwahl antreten.

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