Aprikosen: Zuversicht bei Europas Produzenten
2025 war die Aprikosenernte mit 476.000 t deutlich schlechter als im Vorjahr ausgefallen (2024: 563.000 t). Für die bevorstehende Kampagne sind die vier wichtigsten europäischen Produktionsländer Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland optimistisch, wie auf der medFEL in Perpignan deutlich wurde.
Zwar sorgte Regen während der Blütezeit dafür, dass auch in diesem Jahr kein volles Produktionspotenzial erreicht werden kann, doch größere Schäden, z.B. durch Frost, sind ausgeblieben, so dass aktuell von rund 505.320 t Aprikosen ausgegangen wird, 6 % über der Vorjahresmenge sowie 3 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2020-2024.
Die Schätzungen der einzelnen Aprikosenanbaugebiete für die bevorstehende Saison im Überblick:
- Italien: 193.680 t
- Spanien: 110.120 t
- Frankreich: 106.520 t
- Griechenland: 95.000 t
In dieser Kampagne ist nur in Griechenland mit Mengen zu rechnen, die das Vorjahr überschreiten, während Italien, Spanien und Frankreich teils gleichauf zum Vorjahr, teils leicht darunter liegen. Die Länder im Einzelnen:
Italien
2025 sah sich die italienische Aprikosenproduktion gleich doppelten Hürden gegenüber: Einerseits sorgten Wetterkapriolen, andererseits Flächenrückgang (-5 %) für deutlich geringere Mengen, so dass die Vorjahreskampagne mit 192.000 t Aprikosen abschloss, -22 % zum Vorjahr. In diesem Jahr verschonten zwar Frühjahrsfröste den italienischen Anbau, allerdings verspätet sich die Produktion durch einige kalte Tage in März und April. Hinzu kommt, dass die Blüte zunächst landesweit vielversprechend aussah, dann jedoch durch Regen beeinträchtigt wurde. In diesem Jahr sei von größeren Aprikosenmengen aus dem Norden Italiens auszugehen, während im Süden ein leichter Rückgang erwartet wird, kommentierte Laura Stocchi (CSO Italy) die Kampagne. Insgesamt gehe man derzeit von 193.680 t aus (+1 % zum Vorjahr) - trotz kleinerer Flächen, die gegenüber 2025 landesweit um 4 % zurückgegangen sind.
Spanien
Spanische Produzenten gehen für die Kampagne 2026 von leicht reduzierten Mengen (-7 %) zum Vorjahr aus, insgesamt werden 110.120 t erwartet, der größte Teil der Aprikosen stammt mit 55.000 t aus Murcia. Landesweit liegt die Prognose 13 % über dem Mittel der Jahre 2020-2024. Das Klima sei bisher sehr günstig für den Aprikosenanbau gewesen, wenn auch mit regionalen Unterschieden, erklärten Manel Simon (Afrucat) und Santiago Vazquez (Cooperativas agrarias) in Perpignan. In Herbst und Winter hätten Regenfälle Wasserreserven aufgefüllt, der Winter sei zudem ausreichend kalt gewesen. Im Frühjahr hätten weitere Regenfälle zur Blütezeit die Produktion beeinträchtigt, lokal seien zudem Frostschäden aufgetreten. Auch der Krankheitsdruck durch hohe Feuchtigkeit sei stark gewesen. Insgesamt gehe man aufgrund der warmen Temperaturen in März und April von einer um fünf bis sieben Tage verfrühten Ernte aus, auch wenn dies nicht für alle Regionen gleichermaßen gelte. Insgesamt erwarten die spanischen Erzeuger rund 110.120 t Aprikosen (-7 % gegenüber 2025, jedoch 13 % über dem Mittelwert der Jahre 2020-24).
Frankreich
Das volle Produktionspotenzial wird in Frankreich bei Aprikosen in diesem Jahr nicht erreichen, doch die Produzenten zeigen sich optimistisch was ihre Präsenz auf dem französischen Markt, aber auch international betrifft. Wie in den anderen Anbaugebieten hat auch im Hexagon der Regen zur Blütezeit für kleinere Einbußen gesorgt, die Alternanz der Bäume bringe weiteren Rückgang mit sich. Insbesondere traditionelle Sorten wie Bergeron oder Orangered könnten nicht an frühere Rekorde anknüpfen, doch neue Varietäten haben die Kalender aufgestockt. Landesweit wird mit einer Aprikosenernte von 106.520 t kalkuliert, + 8 % über dem Vorjahr (98.194 t) sowie 13 % über dem Durchschnitt der Jahre 2020-2024.
Der Erntebeginn wurde für besonders frühe Sorten in KW 20/21 geplant, in ganz Frankreich ist der Saisonstart für die diesjährige Aprikosenkampagne für Anfang Juni vorgesehen, wobei die Hauptphase der französischen Produktion zwischen dem 20 Juni und 10. Juli erreicht werden soll.
Griechenland
Ein günstiges Klima der vergangenen Monate mit kalten Wintertagen und mildem Frühjahrswetter lässt die Produzenten nach einem defizitären Jahr 2025 aufatmen. Stand heute gehen sie für 2026 von 95.000 t aus, was 40 % über Vorjahr (ca. 67.500 t) sowie 20 % über dem Durchschnitt der Jahre 2020-2025 liegt.
Erste Ernten sind für die Region Mazedonien voraussichtlich für den 5.-10. Mai zu erwarten, erste Aprikosen aus dem Süden Griechenlands wurden bereits geerntet, berichtete Nikolaos Tsitsiokas, Direktor der Genossenschaft ASEPOP, auf der medFEL. Vor allem die Balkanregion mit Serbien, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei nannte er als wichtigste Zielmärkte der diesjährigen Aprikosenernte aus Griechenland.
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