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Ukraine: Rosenkohl - Pflanzschema wichtiger als Sortenwahl

Rosenkohl spielt in der ukrainischen Gemüseproduktion bislang nur eine untergeordnete Rolle, obwohl die Kultur über ein hohes Marktpotenzial und eine vergleichsweise hohe Wertschöpfung verfügt. 

Rosenkohl
© PublicDomainPictures/Pixabay

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die Wirtschaftlichkeit des Anbaus weniger von der Sortenwahl als vielmehr von der Pflanzdichte abhängt. Darauf weist eine Studie der National University of Life and Environmental Sciences of Ukraine (NUBiP) hin, über die das Branchenportal EastFruit unter Berufung auf eine Veröffentlichung im Fachmedium Propozitsiya berichtet.

Nach Angaben der Wissenschaftler V. Kutovenko (PhD Agrarwissenschaften) und R. Havrylenko wird Rosenkohl in der Ukraine bislang nur begrenzt angebaut. Ein wesentlicher Grund dafür sei das Fehlen fundierter Anbauempfehlungen, insbesondere in Bezug auf geeignete Pflanzschemata.

Die Pflanzdichte habe jedoch einen direkten Einfluss auf Ertragsbildung, Gleichmäßigkeit der Röschen
sowie auf die Widerstandsfähigkeit der Bestände gegenüber Stressfaktoren und Krankheiten.
Untersucht wurde der Hybrid Franklin F1 auf Versuchsflächen der NUBiP.

Verglichen wurden drei Pflanzdichten: 28.600 Pflanzen je Hektar bei einem Pflanzabstand von 70 × 50 cm, 35.700 Pflanzen je Hektar bei 70 × 40 cm sowie 47.600 Pflanzen je Hektar bei 70 × 30 cm. Die
Ernte erfolgte zweistufig Ende September und Ende Oktober. Während die erste Ernte durch Schädlingsbefall und eine geringere Einheitlichkeit der Ware beeinträchtigt war, zeigte die zweite Ernte deutlich
bessere Qualitäten.

Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren Zusammenhang zwischen Pflanzdichte, Entwicklungsdauer
und Produktqualität. Bei geringerer Pflanzdichte setzte die technische Reife früher ein, während hohe Bestandsdichten den Reifeprozess verzögerten. Die besten Resultate wurden beim weitesten Pflanzabstand erzielt. Dort bildeten die Pflanzen durchschnittlich 75 Röschen mit einem Einzelgewicht von
6,3 g und einer Gesamtmasse von 472 g je Pflanze. Bei der höchsten Pflanzdichte sank die Anzahl auf
57 Röschen je Pflanze bei einer Gesamtmasse von 417 g.

Auch der Anteil marktfähiger Ware unterschied sich deutlich. Während beim Pflanzschema 70 × 50 cm eine Marktfähigkeit von 97 % erreicht wurde, lag dieser Wert bei dichter Pflanzung nur bei 86 %. Aus Sicht der Autoren zeigt die Studie, dass eine geringere Pflanzdichte sowohl die Produktqualität als auch die Wirtschaftlichkeit des Rosenkohlanbaus verbessert und einen früheren Markteintritt ermöglicht. Für
Erzeuger könnte Rosenkohl damit als Nischenkultur an Bedeutung gewinnen, sofern die Anbauparameter entsprechend angepasst werden.

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