von Mike Knowles 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Golfkonflikt droht Obsthandel erheblich zu stören

Die rasche Verschärfung des Konflikts am Golf dürfte laut einem der führenden Importeure der Region zu weiteren Störungen im internationalen Handel mit Obst und Gemüse führen.

Weltkugel mit Blick auf den mittleren Osten
© AdobeStock

Im Gespräch mit Fruitnet beschrieb Stefano Iorini von der Global Star Group die Situation als kritisch, insbesondere für Lieferanten aus der Südlichen Hemisphäre und Asien, die auf Schifffahrtsdienste über die Straße von Hormus und den Persischen Golf angewiesen sind, um wichtige Märkte zu erreichen.

Als Reaktion auf die eskalierenden militärischen Aktionen kündigten große Reedereien wie MSC, Maersk und Hapag-Lloyd an, dass sie eine Reihe von Operationen in der Region eingestellt hätten.

„Das ist ein großes, großes Problem”, sagte Iorini. „Die Reedereien haben bspw. angekündigt, dass sie keine neuen Aufträge von südafrikanischen Lieferanten annehmen können. Diese müssen nun entscheiden, wie sie ihre Früchte in den nächsten Tagen verpacken sollen. Die Schiffe werden Jebel Ali oder die Golfhäfen nicht erreichen können, und das Rote Meer ist von Süden her [bereits] gesperrt. Es wird also eine wirklich komplizierte Situation werden, wenn Hormuz nicht sehr bald wieder betriebsbereit ist.“

Zu den wichtigsten Produktströmen, die wahrscheinlich betroffen sein werden, zählen laut Iorini Äpfel, Birnen, Trauben und Zitrusfrüchte aus Südafrika sowie Trauben aus Indien.

„Die Zitrusfrüchte aus Südafrika sollten jetzt auf den Markt kommen, wobei die Zitronen nach wochenlangen Verzögerungen aufgrund der Wetterbedingungen endlich in vollem Gange sind“, erklärte er. „Aber jetzt weiß niemand, was passieren wird.“

Die Störung reiht sich ein in eine lange Liste logistischer Probleme für Spediteure, deren Geschäft vom Nahen Osten abhängig ist.

Aufgrund der Aktionen der Houthis im Roten Meer wurden bereits seit Ende 2023 große Mengen an Exporten von Europa nach Asien um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika umgeleitet.

Die jüngste Eskalation bedeutet jedoch, dass eine mögliche Wiederaufnahme der Transporte über den Suezkanal, die von einigen Reedereien vorsichtig begrüßt worden war, nun sehr unwahrscheinlich erscheint.

Lieferanten von Frischwaren, die bereits mit engen Lieferfenstern und unverrückbaren Terminen für die Lieferung ihrer leicht verderblichen Produkte zu kämpfen haben, werden nun wahrscheinlich mit längeren Transitzeiten, einem Mangel an verfügbaren Schiffen und höheren Fracht- und Versicherungskosten konfrontiert sein.

Transporte aus Asien für den Nahen Osten und den europäischen Markt müssen nun mit längeren, alternativen Routen oder Stornierungen rechnen.

Über die unmittelbaren praktischen Auswirkungen des Konflikts hinaus ist es auch sehr wahrscheinlich, dass die Energiepreise von der Instabilität beeinflusst werden.

Analysten warnen davor, dass die Ölpreise bei anhaltenden Spannungen und Störungen 100 US-Dollar pro Barrel überschreiten könnten, was wiederum die Kosten für Produktion, Transport, Verpackung, Düngemittel und Gewächshausheizung in die Höhe treiben würde.

Dies würde wiederum wahrscheinlich höhere Kosten für Einzelhändler und Verbraucher bedeuten.

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