Mit der Wahl von Bois übernehme eine neue Generation von Obstbauern Verantwortung für eine Branche, die sich zugleich mit erheblichen agronomischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehe, heißt es seitens der AOP. Dazu zählten unter anderem die Anpassung der Obstanlagen an den Klimawandel, die Weiterentwicklung der Sorten sowie Fragen des Pflanzenschutzes. Die Rentabilität einer qualitativ hochwertigen Steinobstproduktion – insbesondere im Rahmen der Initiative „Vergers écoresponsables“ – bleibe dabei ein zentraler Pfeiler der Verbandsarbeit.
Rückblick 2025: gute Qualität und stabile Märkte
Das vergangene Jahr bewertet die AOP insgesamt positiv. „Wir haben 2025 eine sehr schöne Fruchtqualität beobachtet, bei Pfirsichen und vor allem bei Aprikosen, was mit guten Witterungsbedingungen im Frühjahr zusammenhing“, erklärt Raphaël Martinez, Direktor der AOP, auf Nachfrage des Fruchthandel Magazins. Auch die Erntemengen seien zufriedenstellend ausgefallen. So seien rund 220.000 t Pfirsiche und 110.000 t Aprikosen geerntet worden, begünstigt durch ausreichende Winterkälte sowie das Ausbleiben größerer Witterungsereignisse im weiteren Saisonverlauf. „Die Märkte waren ausgeglichen, und die Preise insgesamt zufriedenstellend“, so Martinez weiter.
Belastungsfaktoren zum Saisonende
Neben diesen positiven Aspekten habe es 2025 jedoch auch Herausforderungen gegeben. „Wir verzeichnen weiterhin den Wegfall von Wirkstoffen für den Pflanzenschutz, insbesondere im Kampf gegen Blattläuse“, sagt Martinez. Zudem habe sich das Saisonende bei Nektarinen als schwierig erwiesen. „Im August waren die verfügbaren Mengen zu hoch für den Markt“, so der AOP-Direktor.
Erwartungen für 2026: Stabilität im Fokus
Mit Blick auf die kommende Saison formuliert die AOP vor allem den Wunsch nach Stabilität. „Wir hoffen vor allem auf das Ausbleiben klimatischer Unfälle sowie auf einen ausgeglichenen Markt, der es erlaubt, angemessene Preise zu halten – in einem Umfeld, in dem die Kaufkraft vieler Verbraucher unter Druck steht“, erläutert Martinez.
Strategisch wolle die Vereinigung an bewährten Ansätzen festhalten. Dazu gehöre insbesondere die aktive Moderation eines Netzwerks von Erzeugerbetrieben, das einen intensiven Austausch ermögliche und interne Konkurrenzsituationen begrenze. Auch die Zusammenarbeit mit dem französischen Lebensmitteleinzelhandel solle weiter vertieft werden – auf der Grundlage des Leitmotivs der Ernährungssouveränität. „Die Arbeit an der Qualität der Aprikosen beginnt Früchte zu tragen“, so Martinez.
Gleichzeitig blieben Risiken bestehen, etwa durch Krankheitsdruck in den Anlagen sowie weiter steigende Produktionskosten.
Export und Deutschland im Blick
Für den Export, insbesondere nach Deutschland, zeigt sich die Vereinigung ehrgeizig. Ziel sei es, in einer Phase rückläufiger europäischer Produktion wieder Marktanteile zurückzugewinnen. „Wir denken derzeit gemeinsam mit einigen exportorientierten Unternehmen darüber nach, welche Lösungen geeignet sind, um diese Ambition zu erreichen“, erklärt Raphaël Martinez abschließend, vertröstet aber auf die kommenden Wochen für weitere Details.