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Ohne Grenzschutz und modernen Kulturen-Schutz keine nachhaltige Schweizer Obstproduktion

Der Bundesrat hat eine Aussprache in Bezug auf die Agrarpolitik 2030+ (AP30+) geführt und einen Bericht dazu veröffentlicht. Die Grundrichtung stimmt. Dennoch fordert der Schweizer Obstverband klare Leitplanken.

Zwetschgen

Der Schweizer Obstverband (SOV) begrüßt, dass der Bund mit der AP30+ die Ernährungssicherheit stärken, die Nachhaltigkeit auf allen Ebenen verbessern und das agrarpolitische Instrumentarium vereinfachen will, von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Konsum. Damit diese Ziele erreicht werden können, braucht es aus Sicht des Schweizer Obst- und Beerenbaus klare Leitplanken.

Der Grenzschutz bleibt Grundvoraussetzung

Der Grenzschutz ist ein gut funktionierendes Kernelement des Schweizer Obstbaus. Dies bestätige auch die jüngst veröffentlichte Studie von Prof. Dr. Mathias Binswanger. Diese agrarpolitische Grundlage soll auch in der AP30+ so erhalten bleiben und wo nötig noch gestärkt werden: Das bewährte Zwei-Phasen System stärke während der bewirtschafteten Phase die Marktstellung saisonaler Schweizer Früchte, darunter Äpfel, Erdbeeren oder Zwetschgen, gegenüber billigen Importprodukten, die bezüglich Qualitäts- und Produktionsstandards bei weitem nicht an die Schweizer Produktion herankommen. Zusätzliche Agrarkonzessionen außerhalb der bestehenden WTO-Kontingente sowie die Versteigerung von Importkontingenten lehne der SOV ab.

Schutz der Kulturen: Wirksam und innovativ

Wetterextreme, neu auftretende Schädlinge und Krankheiten sowie der Wegfall wirksamer Pflanzenschutzmittel (PSM) setzen den Obst- und Beerenbau zunehmend unter Druck. Dieser sei in der Schweiz ohne einen modernen Schutz der Kulturen nicht möglich, unabhängig davon, ob integriert oder biologisch produziert wird. Dafür muss die Nützlings- sowie PSM-Zulassung vereinfacht, beschleunigt und mit der EU harmonisiert werden, um Indikationslücken zeitnah zu schließen. Der Bund dürfe diese Anliegen nicht auf später vertagen: Wo Maßnahmen schon heute möglich seien, wie z.B. Strukturverbesserungen, sollen sie rasch umgesetzt werden.

Die AP30+ sei eine Chance, mit Zielvorgaben und Nachhaltigkeitsindikatoren die Schweizer Landwirtschaft der Zukunft zu gestalten, während die Branchen und die Betriebe eigenverantwortlich die konkreten Maßnahmen ausarbeiten und umsetzen. Nur so könne der Schweizer Obst- und Beerenbau die Bevölkerung auch in Zukunft mit nachhaltig und regional produzierten Früchten versorgen und weiter seinen Beitrag zur Schweizer Ernährungssicherheit leisten.

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