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17.04.2020

Der Lockdown und seine Auswirkungen auf den Apfelmarkt

Der Lockdown und seine Auswirkungen auf den Apfelmarkt

Walter Pardatscher Foto: VOG

Ein Blick auf die Verkaufszahlen des Verbands der Südtiroler Obstgenossenschaften im März zeigt: Die instabilen Zahlen der letzten Wochen sind kein italienweites Phänomen, sondern ein Trend, der in ganz Europa zu beobachten ist. Besonders begehrt ist in der Corona-Krise verpacktes Obst.

Nicht nur wegen der Ausgangssperre in Italien und vielen weiteren europäischen Ländern wird der März 2020 als bedeutsamer Monat in die Geschichte eingehen. Die Folgen des Lockdowns bekam auch der Apfelsektor ordentlich zu spüren - und das sowohl auf dem italienischen, als auch auf dem internationalen Markt.

Nachdem in Italien am 8. März der Lockdown ausgerufen wurde, kam es zu einem Ansturm auf die Supermärkte. Die Bilder von leergeräumten Regalen in den sozialen Medien verstärkten diesen Prozess und die Nachfrage nach Äpfeln verdoppelte sich innerhalb weniger Tagen.

In der darauffolgenden Woche gingen die Kundenanfragen wieder etwas zurück, wie VOG-Verkaufsleiter Klaus Hölzl erklärt: „Die Nachfrage der Konsumenten blieb zwar hoch, war aber geringer als erwartet. Dadurch nahmen auch die Apfelbestellungen des Einzelhandels ab - auch wenn sie nach wie vor über dem langjährigen Durchschnitt blieben. Dieses Auf und Ab stabilisierte sich erst mit Ende März. Erst dann wurde den Konsumenten klar, dass die Versorgung mit Lebensmittelen, und natürlich auch mit Äpfeln, gesichert ist.“

Ähnlich wie in Italien war der Verlauf auch in den anderen europäischen Märkten, die der VOG schon seit mehreren Jahren beliefert. „Wir haben unsere Kunden in Spanien, Deutschland und Großbritannien über den Verlauf in Italien informiert - die Reaktion war aber auch dort dieselbe: Nach Ankündigung des Lockdowns schnellten die Anfragen in die Höhe, ehe sie in der Woche darauf zurückgingen und sich schließlich wieder einpendelten“, erklärt Hölzl.

„Als Verband schon seit jeher auf viele verschiedene Absatzmärkte gesetzt zu haben, hat sich als richtige Entscheidung erwiesen. Dies kommt uns in einer schwierigen Zeit, wie wir sie seit einigen Wochen erleben, besonders entgegen“, unterstreicht VOG-Direktor Walter Pardatscher. „Außerdem zeigt diese Zeit uns, dass das Konsumverhalten sich innerhalb kürzester Zeit ändern kann“, fügt Pardatscher hinzu.
 
Beispiele für geänderte Konsumgewohnheiten sind der rasante Anstieg an Online-Einkäufen und Hauszustellungen im Bereich Obst und Gemüse. Ein Trend, den es noch vor wenigen Wochen in ganz Europa kaum gab. Direkt mit der Coronakrise zusammen hängt auch die gestiegene Nachfrage nach verpackten Produkten. „Unternehmen müssen in Zeiten wie diesen auf Änderungen am Markt reagieren können“, betont der VOG-Direktor, der gleichzeitig mittel- und langfristige Ziele nicht aus den Augen verlieren will: „Im VOG werden im Schnitt etwa 25 Prozent der Ware verpackt verkauft. Wir müssen die kommenden Monate abwarten, um zu sehen, welche Trends nur vorübergehend bleiben und welche sich tatsächlich durchsetzen. Hier gilt es in jedem Fall auch langfristig ein Gleichgewicht zu finden“, so Pardatscher.
 
Die Lagerbestände beim VOG sind Anfang April im Vergleich zum vergangenen Jahr um 25% niedriger. „Die Nachfrage der Märkte ist auch in diesen Tagen hoch und wir müssen die Abverkäufe gut planen, damit wir unsere Kunden wie gewohnt bis zum Übergang zur neuen Ernte bedienen können,“ schließt Walter Pardatscher.

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