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Mit großer Skepsis betrachtet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die von der Bundesregierung vorgesehenen Verschärfungen bei der erneuten Novellierung der Düngeverordnung. DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp befürchtet erhebliche strukturelle Einschnitte für betroffene Regionen. Die Bundesregierung hat am 13. Juni die EU-Kommission über ihre Pläne unterrichtet.

Die vorgestellten fachfremden Schritte schießen deutlich über das vorgegebene Ziel hinaus, das Grundwasser besser vor Nitrateinträgen aus der Landwirtschaft zu schützen. „Eine Düngung 20 Prozent unter dem Bedarf der jeweiligen Kulturpflanzen dient dem Schutz des Grundwassers nicht mehr, als eine bedarfsgerechte Düngung. Dagegen führt eine Mangelernährung der Pflanzen dazu, dass nachhaltige Landwirtschaft nicht mehr möglich ist“, erklärt Holzenkamp.
Der Präsident des Spitzenverbandes der ländlichen Genossenschaften gibt zu bedenken, dass die bevorstehenden Verschärfungen nicht nur die Landwirte treffen werden. Vielmehr befürchtet der DRV-Präsident erhebliche Strukturveränderungen in ganzen Landstrichen: „Die Produktion wird extensiviert oder komplett verlagert, die Wertschöpfung geht verloren. Das fängt an bei den Futtermittelherstellern und Verarbeitern, geht weiter über die Bauwirtschaft und die Agrartechnik bis hin zu den Lebensmittelherstellern. Das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens lässt sich bisher nicht abschätzen.“ Um die Folgen für die ländlichen Räume abzumildern, erwartet der DRV nun, dass die Politik ihrer Verantwortung gerecht wird und die Betroffenen nicht alleine lässt.