Mittwoch, 21. Oktober 2020
Zurück zur Übersicht
09.09.2020

Brexit: Regierung Johnson lässt Zweifel an der Verlässlichkeit Großbritanniens aufkommen

Foto: Anzeige aus der F.A.Z vom 9/9/20

Dass sich die in die Brexit-Verhandlungen involvierten Parteien nichts schenken und die Gespräche über ausstehende Vertragspunkte stocken, wurde in den Medien hinlänglich berichtet. Getreu dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ scheint es so, dass der britische Premierminister Boris Johnson nicht nur keine weiteren Zugeständnisse gegenüber der EU machen, sondern Medienberichten zufolge sogar Teile des von ihm bereits unterzeichneten Brexit-Deals ändern will.

Die Zeitung Telegraph zitiert aus einer Mitteilung des Premiers, dass der 2019 geschlossene Deal widersprüchlich sei und umgeschrieben werden müsse, weil sich aus dem Vertrag mit der EU unbeabsichtigte Folgen ergeben haben, die korrigiert werden müssten. Auch wenn es dazu bisher kein offizielles Statement gibt, erklärte Nordirland-Minister Brandon Lewis, dass am 9. September ein sogenanntes Binnenmarktgesetz vorgelegt werde, das Teile des Abkommens, vor allem Vertragsklauseln zu Nordirland, aushebeln würde. Insbesondere soll es dabei um eine Aufhebung der mit der EU vertraglich vereinbarten Deklarationspflicht für Waren gehen, die von Nordirland aus in das Vereinigte Königreich eingeführt werden.
Mal ganz abgesehen davon, dass Experten dies als eine Verletzung des internationalen Rechts interpretieren – wenn man Lewis Glauben schenken darf, zum Glück nur in „sehr begrenztem Maße“ - wird sich vermutlich nicht nur Brüssel ungläubig die Augen reiben ob der abstrusen Vorhaben, die sich auf der anderen Seite des Ärmelkanals abspielen. EU-Parlamentspräsident David Sassoli zeigte sich verärgert: „Jeder Versuch des Vereinigten Königreichs, den Vertrag zu unterminieren, hätte natürlich ernste Konsequenzen.“ Und auch im Vereinigten Königreich stößt Johnsons Vorhaben auf wenig Verständnis: „Wie kann die Regierung angesichts dessen künftigen internationalen Partnern versichern, dass sie darauf vertrauen können, dass Großbritannien die rechtlichen Verpflichtungen in unterzeichneten Abkommen einhält?“, warf die ehemalige Premierministerin Theresa May in die Diskussion ein. Und Jonathan Jones, Chefjustiziar der Regierung, sah anscheinend keine andere Möglichkeit, als zurückzutreten.
Ein harter Brexit scheint zumindest aktuell noch unabwendbarer als zuvor. Die aktuellen Geschehnisse dürften jedenfalls bei den Handelspartnern in der Europäischen Union Zweifel wecken, wie sich das zukünftige bilaterale Verhältnis gestalten und unter welchen Bedingungen London überhaupt zu seinem Wort stehen wird. In der heutigen Ausgabe der FAZ warb die britische Regierung in einer ganzseitigen Anzeige jedenfalls vorsorglich schon einmal für Vertrauen. Man möge sich auf der britischen  Regierungswebseite über neue Regelungen vertraut machen, heißt es dort. Es folgt die Empfehlung an die EU-Handelspartner: „Informieren Sie sich. Bereiten Sie sich vor. Und weiter geht’s!“ Mancher in der EU dürfte da wohl antworten wollen: „Hoffen wir das Beste!“ c.w./m.s.

Zurück zur Übersicht
Fruchthandel Magazin

Ausgabe Nr. 42/2020

GUTE VERPACKUNG?
BÖSE VERPACKUNG?
ODER DOCH LIEBER GANZ OHNE?
— BRANCHE SUCHT LÖSUNGEN

FRANZÖSISCHE APFELERZEUGER MÜSSEN
IHRE ERNTEPROGNOSEN REVIDIEREN

FRUIT LOGISTICA SPECIAL EDITION
Neues Datum und angepasstes Konzept

AVOCADOS
Diversifizierung bringt Schwung ins Geschäft

Zum E-Paper

Zur Ausgabe

Themenvorschau Magazin

Oktober

Nr. Erscheint am Anzeigen-
schluss
Themen u.a.
42 16.10.2020 06.10.2020 • Herbstprodukte aus Frankreich
• Bananen
• Avocados
• Sortierung und Verpackung
43 23.10.2020 13.10.2020 • Italien - Herbstsaison
• Brasilien
• Mangos und Papayas
• Produkte am POS: Rote Beete
44 30.10.2020 20.10.2020 • Nüsse und Trockenfrüchte
• Saisonstart in Israel
• Citrus und Gemüse aus Marokko
• Frischepartner Niederlande, Herbst- und Wintersaison

November

Nr. Erscheint am Anzeigen-
schluss
Themen u.a.
45 06.11.2020 27.10.2020 • Kiwis aus Frankreich
• Citrus aus Spanien
• Kernobst aus Südtirol (Interpoma, Bozen)
• ExpoSE, Karlsruhe
• Produkte im Trend: Kakis
46 13.11.2020 03.11.2020 • Salat aus Frankreich
• Birnen
• Kartoffel-Produkte (Interpom 2020)
zum ThemenplanAnzeige buchen

Events

03.11.2020

E-PACK TECH

Industry Sectors:Processing and packaging technologies for e-commerce, packaging for digital retailing (smart packaging, protective & industrial packaging, premium packaging, innovative materials & solutions, sustainable...

08.11.2020

International Citrus Congress

We are very pleased to invite participants from public and private research and institutions, and from the production and commercial sector to attend the ICC 2020. “Reframing Citriculture: Better Connections for Future”.

17.11.2020

Asiafruit Congress Online

Asia's Leading Fresh Produce Conference

18.11.2020

expoSE

Europäische Spargel- und Erdbeerbörse ist die führende Fachmesse für Technik und Dienstleistungen in der Spargel- und Erdbeerproduktion. Zahlreiche nationale und internationale Aussteller präsentieren auf der Erdbeer- und...

18.11.2020

Asia Fruit Logistica ON

Asia’s fresh produce hub

19.11.2020

Interpoma Connects 2020

Digital Days for the Apple Economy

22.11.2020

Interpom / Primeurs

International Potato, Fruit and Vegetables Trade Fair

alle Events ansehen
Copyright © 2020 Fruitnet Media International GmbH   DisclaimerDatenschutzSitemapAGB / WerbungAGB / AbonnementImpressum
All rights reserved, Republication or redistribution of content, including by framing or any other means, is expressly prohibited without prior written consent.