28.06.2010
Italien: Deutlich kleinere Steinobstmengen erwartet
Nach der aktuellen Einschätzung von „Consulta Agricola“ und der Vertreter der Produzenten-Organisationen in der Emilia-Romagna, werden die Erntemengen im italienischen Steinobstsektor in diesem Jahr deutlich kleiner ausfallen als im Vorjahr.
Bei Pfirsichen und Percoche, einer Kreuzung zwischen Pfirsich und Aprikose, sollen sie um -5% zurückgehen, bei Nektarinen wird mit einem Rückgang um -8% gerechnet. In der Region Emilia Romagna ist der Rückgang demzufolge sogar noch etwas größer. Hier wird bei Pfirsichen eine Ernteverringerung um -7%, bei Percoche um -20% und bei Nektarinen um -19% erwartet. Der Saisonbeginn verlief mit höheren Ausbezahlpreisen als im Vorjahr dennoch insgesamt zufrieden stellend. Es besteht derzeit keine Überlappung mit anderen Produktionsländern und auch kein allzu großer Druck der Konkurrenzländer Spanien und Griechenland. Positiv wird von der Branche nach der Blockade im Jahr 2009 auch die Öffnung der Märkte in Russland und in den osteuropäischen Ländern bewertet. Presseberichten zufolge hieß es sogar, Russland sei bereit, seine MRLs auf europäische Grenzwerte festzusetzen. Dies werde neben Steinobst auch die Einfuhr von Äpfeln und Citrus erleichtern.
Auf Basis der von CSO gelieferten Produktions- und Wirtschaftsdaten ist die jetzige Situation vergleichbar mit der im Jahr 2008, obwohl sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Konsum stark bemerkbar machen. Der regionale Assessor für Landwirtschaft, Tiberio Rabboni, hat die italienische Regierung aufgefordert, ein Abkommen zwischen Produktion und dem LEH zu treffen. „Wir arbeiten an einer Reihe von Vorschlägen zu diesem Thema und zur Rolle der Produzentenorganisationen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013. Außerdem wird intensiv über Promotion-Aktionen zur Verbesserung des Sektor-Images, des allgemeinen Konsumniveaus und der phytosanitären Normen im bilateralen Handel gesprochen“, so Tiberio Rabboni.
Ncx Drahorad/m.s.