Praktisch jeder kann zum Obst- und Gemüse-Produzenten werden. Man muss sich lediglich zum Beispiel im „Wurzelimperium“ und bei „Farmville“ (facebook) einloggen. Der neue Trend ermöglicht sein eigenes Obst und Gemüse virtuell anzubauen, mit allen dazugehörigen Planungen bezüglich Pflanzmaterial, Pflanzenschutz, Bewässerung, Produktionsbegleitung, Ernte und Vertrieb.
Wie jetzt bekannt wurde, fesselte z.B. „Farmville“ im Jahr 2009, Expertenschätzungen zufolge bereits 65 Mio Menschen, Tendenz steigend. Die interaktiven Onlinespiele oder „Socialgames“ haben sich in diesem Jahr zu dem Trend überhaupt bei den Browserspielen entwickelt. Wie Onlineexperten befürchten, beinhalten diese Spiele ein gewisses Suchtpotenzial, da sie zum einen relativ kostenfrei sind und keine Software gekauft werden muss. Zum anderen aber richten Benutzer möglicherweise, ähnlich wie in der richtigen Obst- und Gemüse-Produktion, ihre Lebensgewohnheiten voll nach dem Rhythmus der imaginären Online-Produktion aus. Das Prinzip erinnert an das virtuelle Haustier Tamagotchi, das in den 90ger Jahren kurzzeitig in Mode war und ebenfalls viel „Aufmerksamkeit“ brauchte, um am „Leben“ zu bleiben. Für die Hersteller und Betreiber der Browserspiele sind die Spiele ein hartes Milliarden-Geschäft. Zwar ist die grundsätzliche Nutzung kostenfrei, jedoch müssen notwendige Dinge wie etwa Saatgut, Pflanzenschutzmittel oder Ackergerät real gekauft werden. Auf der anderen Seite haben diese Spiele aber auch den positiven Nebeneffekt, dass die Nutzer sich ernsthaft mit Produktionstechniken, Erntezeiten und auch Sorten bei Obst und Gemüse befassen müssen.